Workshop zu OSINT Exposure, Datenschutz und Human-AI Trust.

PROTECT - Data Exposure

Je mehr Informationen über Menschen, Rollen und Organisationen zugänglich werden, desto wichtiger wird die Fähigkeit zu verstehen, wo aus einzelnen Datenpunkten eine relevante Exposure entsteht.

Intensiv-Workshop über digitale Spuren, Informationspreisgabe und Vertrauen in KI-Systeme.

Menschen und Organisationen hinterlassen kontinuierlich Informationen in digitalen Räumen. Berufliche Profile, öffentliche Dokumente, Bilder, Beiträge oder Metadaten können einzeln unscheinbar wirken und in ihrer Verbindung ein überraschend präzises Bild von Personen, Rollen und Strukturen ergeben. Mit generativer KI kommt eine weitere Ebene hinzu. Chatbots werden selbstverständlicher Bestandteil professioneller Arbeitsprozesse und persönlicher Kommunikation. Dabei entstehen neue Fragen: Welche Informationen geben wir an KI-Systeme weiter? Wann behandeln wir einen Chatbot wie einen vertraulichen Gesprächspartner? Und wie verändert sich unser Verhalten, wenn ein System persönlich, empathisch und scheinbar verständnisvoll kommuniziert? Data Exposure macht diese Zusammenhänge praktisch erfahrbar und verbindet Perspektiven u.a. zu OSINT Exposure, Datenschutzrisiken durch Chatbots und parasoziale Beziehungen mit Chatbots.

Eckdaten.

Der halb- oder ganztägie Intensiv-Workshop verbindet Recherche, interaktive Analyse, praktische KI-Erfahrung und gemeinsame Reflexion. Die Teilnehmenden untersuchen, wie digitale Exposure entsteht, wie Informationen in offenen Quellen miteinander verknüpft werden können und welche neuen Formen der Informationspreisgabe durch Chatbots entstehen.

Das Format wird vor Ort durchgeführt und eignet sich für Gruppen von bis zu ca. 30 Teilnehmenden.

Szenarien und Schwerpunktsetzung können an Rollen, Arbeitsprozesse und Sicherheitsanforderungen der jeweiligen Organisation angepasst werden.

Inhalte.

Der Workshop vermittelt und trainiert:

  • Verständnis für OSINT Exposure und dafür, wie aus öffentlich zugänglichen Einzelinformationen ein aussagekräftiges Gesamtbild entstehen kann.
  • Bewusstsein für organisationale und persönliche digitale Footprints, die für Profilbildung, Social Engineering oder Informationsgewinnung relevant werden können.
  • Sensibilisierung für Datenschutzrisiken durch Chatbots und für die Frage, welche Informationen in externe KI-Systeme eingebracht werden.
  • Verständnis für Human-AI Trust, Anthropomorphisierung und parasoziale Beziehungen mit Chatbots.
  • Reflexion des eigenen Disclosure-Verhaltens, insbesondere wenn KI-Systeme persönlich, hilfreich oder vertrauenswürdig erscheinen.
  • Bewertungskompetenz für Informationssensibilität, Kontext und mögliche Folgewirkungen einer Offenlegung.
  • Konkrete Handlungsstrategien, mit denen sich digitale Exposure in individuellen und organisationalen Arbeitsprozessen reduzieren lässt.

Was dieser Workshop in der Vermittlung anders macht

  • Exposure wird sichtbar, bevor über Schutzmaßnahmen gesprochen wird. Die Teilnehmenden erleben anhand kontrollierter Szenarien, wie schnell aus verstreuten Informationen ein relevantes Profil entstehen kann.
  • OSINT wird aus Sicht der eigenen Organisation betrachtet. Im Fokus steht die Frage, welche Informationen über Personen, Rollen, Prozesse und Strukturen nach außen sichtbar werden und welche Bedeutung dieser Kontext haben kann.
  • Datenschutz wird auf aktuelle KI-Nutzung übertragen. Der Workshop betrachtet nicht nur klassische Datenspuren, sondern auch Informationen, die Mitarbeitende bewusst oder unbewusst in Gespräche mit Chatbots einbringen.
  • Vertrauen in KI wird als menschlicher Faktor untersucht. Die Teilnehmenden erleben, wie Sprache, Personalisierung und scheinbare Empathie beeinflussen können, was Menschen einem System erzählen und wie stark sie dessen Einschätzungen vertrauen.
  • Technische, psychologische und organisationale Perspektiven werden miteinander verbunden. Dadurch wird Data Exposure nicht als isoliertes Datenschutzthema behandelt, sondern als Zusammenspiel aus Technologie, Verhalten und Arbeitsprozessen.
  • Die Übungen orientieren sich an realistischen Situationen. Öffentliche Profile, Recherche, KI-gestützte Arbeitsprozesse und sensible Gesprächskontexte werden anhand konkreter Entscheidungssituationen untersucht.
  • Der Transfer in die eigene Organisation ist Bestandteil des Formats. Die Teilnehmenden entwickeln ein klareres Verständnis dafür, welche Informationen in ihrem Arbeitskontext besonders schützenswert sind und wie sich unnötige Exposure reduzieren lässt.

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Aufbau des Workshops.

1

Exposure verstehen.

Zu Beginn untersuchen wir, wie sich die Bedingungen digitaler Informationsgewinnung durch offene Datenquellen und generative KI verändern.

Die Teilnehmenden erhalten eine Einführung in OSINT, digitale Footprints und Information Exposure und betrachten, welche Informationen Personen und Organisationen selbst veröffentlichen, welche indirekt entstehen und wie unterschiedliche Datenpunkte miteinander in Beziehung gesetzt werden können.

Anschließend erweitern wir diese Perspektive um generative KI. Dabei geht es um die Frage, welche neuen Informationsräume durch Chatbots entstehen und warum Menschen gegenüber dialogorientierten Systemen teilweise ein anderes Offenlegungsverhalten zeigen als gegenüber klassischen digitalen Anwendungen.

2

Interaktive Stationen

Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen an mehreren thematisch aufeinander abgestimmten Stationen. Die drei Schwerpunkte des Workshops werden dabei aus unterschiedlichen Perspektiven praktisch erfahrbar.

OSINT Exposure

Anhand eines vorbereiteten Szenarios untersuchen die Teilnehmenden, welche Informationen über eine fiktive Person oder Organisation aus offen zugänglichen Quellen zusammengetragen werden können. Dabei wird sichtbar, wie aus beruflichen Rollen, veröffentlichten Dokumenten, Bildern, Aktivitäten und weiteren digitalen Spuren schrittweise Kontext entsteht.

Chatbot Privacy

Die Teilnehmenden analysieren typische Situationen aus KI-gestützten Arbeitsprozessen. Welche Informationen sind für die Aufgabe tatsächlich erforderlich? An welcher Stelle werden interne, personenbezogene oder anderweitig sensible Informationen eingebracht? Die Station macht sichtbar, wie schnell aus einer praktischen Arbeitserleichterung eine unbeabsichtigte Informationspreisgabe entstehen kann.

Human-AI Trust

Die Teilnehmenden erleben, wie unterschiedlich sich die Interaktion mit einem Chatbot anfühlt, wenn dieser persönlich, empathisch und kontinuierlich auf vorherige Aussagen eingeht. Anschließend wird untersucht, wie Anthropomorphisierung und parasoziale Beziehungen mit Chatbots Vertrauen, Selbstoffenbarung und Entscheidungsverhalten beeinflussen können.

Exposure Challenge

Zum Abschluss der Stationsphase werden die Perspektiven zusammengeführt. Die Teilnehmenden bewerten ein Szenario, in dem öffentlich verfügbare Informationen, KI-Nutzung und menschliches Vertrauen miteinander interagieren. Dabei geht es darum, relevante Exposure frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutz- und Kommunikationsstrategien zu entwickeln.

3

Reflektion, Transfer & Checkout

Zum Abschluss werden die Erfahrungen aus den Stationen auf den eigenen Arbeitskontext übertragen.

Die Teilnehmenden betrachten dabei, welche Informationen über Personen, Rollen und organisationale Abläufe besonders relevant sein können, welche Daten in KI-gestützten Arbeitsprozessen tatsächlich benötigt werden und an welchen Stellen Vertrauen gegenüber einem System das eigene Verhalten verändert.

Gemeinsam werden daraus konkrete Prinzipien für einen bewussteren Umgang mit öffentlichen Informationen, sensiblen Daten und dialogorientierten KI-Systemen entwickelt.

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Praxistest: Wie viel lässt sich aus wenigen Informationen über eine Person ableiten?

Ein Name. Eine berufliche Rolle. Ein öffentliches Profil. Ein Foto von einer Veranstaltung. Einige verstreute Informationen.

In der Data Exposure Experience beginnen die Teilnehmenden mit wenigen Datenpunkten und erleben schrittweise, wie daraus ein immer detaillierterer Kontext entsteht. Informationen, die isoliert wenig relevant erscheinen, können durch ihre Verbindung Aussagen über Personen, Rollen, Beziehungen und organisationale Strukturen ermöglichen.

Im zweiten Teil verändert sich die Perspektive: Ein Chatbot tritt als persönlicher Gesprächspartner auf. Die Teilnehmenden erleben, wie schnell ein hilfreicher Dialog dazu führen kann, zusätzlichen Kontext preiszugeben und dem System Eigenschaften wie Verständnis, Verlässlichkeit oder Vertraulichkeit zuzuschreiben.

Die Experience verbindet OSINT Exposure und Human-AI Trust in einem gemeinsamen Szenario und macht sichtbar, dass Informationsrisiken nicht erst bei einem technischen Angriff entstehen.

Fünf Teenager sitzen im Raum, lächeln und schauen auf ihre Handys in geselliger Runde.
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Die Informationslage verändert sich durch KI schneller, als viele Organisationen sie erfassen und bewerten können.

Offene Quellen und dialogorientierte KI-Systeme verändern, welche Informationen über Menschen und Organisationen zugänglich werden und wem wir zusätzlichen Kontext anvertrauen.

Kontext.

Organisationen produzieren täglich große Mengen öffentlich oder teilöffentlich zugänglicher Informationen. Mitarbeitende erscheinen auf Websites, beruflichen Netzwerken und Veranstaltungen. Projekte werden vorgestellt, Dokumente veröffentlicht und Verantwortlichkeiten benannt. Jeder einzelne Datenpunkt kann unproblematisch wirken. In der Verbindung mehrerer Quellen entsteht jedoch häufig ein wesentlich detaillierteres Bild.

Genau hier setzt OSINT Exposure an. Offene Quellen können Informationen über Personen, Funktionen, Beziehungen und organisationale Zusammenhänge liefern. Generative KI erleichtert zusätzlich die Verarbeitung größerer Informationsmengen und macht es einfacher, verstreute Daten miteinander in Beziehung zu setzen.

Parallel entsteht mit Chatbots ein neuer Informationsraum innerhalb des Arbeitsalltags. Menschen nutzen KI-Systeme zum Strukturieren von Dokumenten, Formulieren von Texten, Analysieren von Problemen oder Vorbereiten von Entscheidungen. Dabei hängt das Risiko nicht allein von der eingesetzten Technologie ab. Entscheidend ist auch, welchen Kontext Menschen einem System zur Verfügung stellen.

Gleichzeitig verändert die dialogorientierte Gestaltung dieser Systeme die Interaktion. Chatbots antworten persönlich, greifen vorherige Aussagen auf und können sprachlich den Eindruck von Aufmerksamkeit, Verständnis und sozialer Nähe erzeugen. Daraus können Formen von Anthropomorphisierung und parasozialer Beziehung entstehen: Menschen schreiben dem System menschliche Eigenschaften zu, entwickeln Vertrauen und teilen unter Umständen Informationen, die sie in einem anderen digitalen Kontext anders bewerten würden.

Für Organisationen treffen damit drei Entwicklungen aufeinander: Informationen sind über offene Quellen leichter zugänglich, KI-Systeme können Kontext schneller verarbeiten und Menschen interagieren mit diesen Systemen zunehmend selbstverständlich. Data Exposure untersucht dieses Zusammenspiel und macht sichtbar, wo neue Informationsrisiken entstehen. Die Teilnehmenden lernen, ihre eigene digitale Exposure realistischer einzuschätzen, sensible Informationen im Umgang mit KI bewusster zu behandeln und Vertrauen gegenüber dialogorientierten Systemen kritisch zu reflektieren.

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Unser Angebot.

PROTECT - Data Exposure

Inklusive

  • 3,5-stündiger oder ganztägiger Intensiv-Workshop
  • 2 techagogics Moderator*innen
  • Hardware und Material
  • Schulungsmaterialien
    (Big Points: zentrales Wissen)

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Technologie und Menschen rücken immer näher zusammen. Noch immer wissen wir aber noch erstaunlich wenig über viele Herausforderungen, die damit einhergehen. Die Zeit ist reif für neue Ansätze und Antworten.

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